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zirb. – Ein idealer Mix

Ein Kaleidoskop an Gefühlen und Eindrücken nehmen wir bewusst und auch unbewusst durch unseren Geruchssinn wahr. Gerüche tragen zu unserem Verhalten bei und lösen Emotionen aus, damit zählt der Geruchssinn zu einem der wichtigsten des Menschen.
Duft, Holz, Startup und die Kooperation mit einem klassischen Handwerksbetrieb hat das Interesse von manufakturLab geweckt und wir haben uns mit zirb. zu einem Gespräch getroffen.  ZIrb_Werkstatt
Die Idee zum ersten Raumlüfter aus Zirbenholz und 100% verwertbarer Verpackung stammt von Benedikt Handler, Carl Simbruner und NikoStieldorf. Alle drei Tiroler sind bekennende Bergfexe und ihr Kredo lautet: „Warum denn nicht?“ Die vielfältigen gesundheitsaktiven Eigenschaften der Zirbe, die Erkenntnis, dass Geruch für positive Raumwahrnehmung und Wohlbefinden zentral ist und darüber hinaus unmittelbar Emotionen auslöst, waren die Motivation für dieses Produkt.

mL: Nachdem ihr keine klassischen Handwerker seid, die Frage: Wo seht ihr euch – Handwerk, Produktdesign, Ideengeber?

Benedikt Handler: Wir befinden uns im Spannungsfeld von Handwerk, Wirtschaft und Produktion und somit schließt sich der Kreis, unserer Meinung nach, sehr gut.
Da wir die verschiedenen Kompetenzen im Team vereint haben, bei mir liegt z.B. die handwerkliche Kompetenz. Zudem habe ich Sport- und Wirtschaftsmanagement und Wirtschaftsrecht studiert. Mit Carl und Niko, die beide auch aus dem Sport- und Wirtschaftsbereich kommen, aber etwas andere Spezialgebiete haben, schließt sich hier der Kreis. Wir denken die Idee, die Entwicklung des Produktes und die Wahrnehmung des Kunden bis zu dem letzten Punkt durch: ist es für den Kunden relevant oder bleibt es bei einem Einzelstück.
Diese verschiedenen Wissensfelder zu kombinieren, ist für uns der Schlüssel zum Erfolg. Wir haben das bodenständige, regionale und auch das nachhaltige Denken in unserem Zugang, und, was wir dem klassischen Handwerker eventuell voraushaben, ist die zusätzliche Perspektive, wie das Ganze auf den Markt gebracht werden kann. Diese Kompetenz fehlt unserer Erfahrung nach bei einigen Handwerksbetrieben. Wie so oft kam auch uns ein gutes Netzwerk zu Hilfe, und so haben wir einen Tischlerbetrieb gefunden, den wir von unserer Idee überzeugen konnten. Das ermöglicht eine ideale Kombination von verschiedenen Zugängen und ist für unser Produkt das A&O. zirb_teammL: Wie ist die Idee zu zirb. entstanden und wie habt ihr die Umsetzungsphase geschafft?

B.H.: Vor längerer Zeit habe ich den Bergwanderführer gemacht und bin dabei einer Biologin begegnet. Wir sind auf Zirbenholz und dessen beruhigende, entspannende Wirkung zu sprechen gekommen. Ein Freund, der in einem Zirbenholzbett schläft, hat diese Wirkung bestätigt und außerdem gemeint, dass er ca. eine Stunde weniger Schlaf benötigt. Das wollte ich auch – so ist der erste handgemachte Prototyp des Raumlüfters entstanden. (mit Handsäge usw). Das fertige Stück habe ich mir ins Zimmer gestellt und gespannt die Wirkung abgewartet. Ich habe zwar keine Stunde weniger geschlafen, aber vom Gefühl her bin ich entspannter aufgewacht. Das war es dann für’s Erste. Das Projekt ist wieder in der Schublade verschwunden. Was das ganze wieder aktiviert hat, war die Feststellung von Carl Simbruner, dass es in meinem Zimmer so angenehm riecht. Das war der Moment, wo wir uns bewusst wurden, das ist es: einen Raum zu betreten und durch den Geruch unmittelbar in eine andere emotionale Stimmung zu kommen, ist unser Projekt.

mL: Der Geruchssinn ist bei vielen Menschen nur ganz schwach ausgeprägt, unser Unterbewusstsein wird aber sehr stark beeinflusst.

B.H.: Die Idee hatte ich ja schon einmal und diese Erfahrung war dann die treibende Kraft. Dank der Bestärkung durch unseren damaligen gemeinsamen Chef, sind wir dieses Mal daran geblieben. Was zudem sehr förderlich ist, sind unsere vielfältigen Ressourcen, wie schon erwähnt. Carl hat Sportmanagement und Wirtschaftswissenschaft studiert und ein Entrepreneurship im Tourismus und seine Kreativität. Niko ist unser Zahlenmensch und Stratege.

mL: Wie sind diese Ressourcen aufgeteilt?zir_planungB.H.: Niko ist ein ehemaliger Schulkollege und Mitbewohner von Carl und hat sehr viel Erfahrung in der e-performance. Da wir über die Onlineschiene den Einstieg schaffen wollen, war er unser Mann und ist seit der ersten Stunde dabei. Er hat auch sehr viel von der analytischen- / Zahlenseite eingebracht, was sich jetzt als goldrichtig herausstellt. Ich bin der Macher und Carl ist der kreative Part in unser Team. Ein idealer Mix als Basis für eine gute Kommunikationskultur. Wir haben von Anfang an ganz klar alle möglichen Entwicklungen versucht niederzuschreiben und uns vorher auszureden. Strategie, Gesellschaftsvertrag, in der ersten Euphorie lebt man ja in einer Blase, alles so lässig. Es passiert immer etwas, mit dem man nicht rechnet. So ist Niko ist z.B. nach San Diego gezogen und dank unserer akribischen Vorarbeit, was ist, wenn jemand weg geht, Reduktion der Arbeitsleistung etc., konnten wir den Umzug perfekt vorbereiten und er arbeitet jetzt digital zu. Dieser Umzug hat für uns auch seine Vorteile, z.B. der Zeitunterschied – mehr response time, Kontakte Vorort… Die Prozesse laufen sehr schnell.

mL: Und die Perspektive für einen neuen Markt nicht zu vergessen.
B.H.: ja, richtig.

mL: Mich interessiert jetzt speziell noch die Kooperation mit der Tischlerei Wittmann, wie ist diese zustande gekommen, wie läuft es?

B.H.: Niko hat mit der Tochter der Tischlerei Wittmann, sie wird den Betrieb demnächst übernehmen, studiert. Die ersten Stücke haben wir in einer kleinen Werkstatt selbst gebaut – 14h/täglich, was sich langfristig wirtschaftlich absolut nicht rechnet. Sophie Wittmann hat uns dann zu einem Gespräch eingeladen und sie war vom ersten Moment von der Idee und der unternehmerischen Initiative, die wir an den Tag legten, begeistert. Das ging so weit, dass sie die ersten 50 Stück in Vorleistung produzierten, was eher selten der Fall ist. Unerwarteter Weise konnten wir innerhalb der regulären Zahlungsfrist alle verkaufen und so auch gleich bezahlen. Dank dem dazu gekommenen Tischler know-how konnten wir noch einige Adaptierungen im Sinne von Produktionsoptimierung, aber auch Haltbarkeit, weniger an der Optik, mehr von der technischen Seite usw. durchführen und so das Optimum für unseren Raumlüfter herausholen. Dass wir bereits einen fertigen Prototypen hatten und nicht nur mit einer Idee angereist sind, hat natürlich sehr geholfen. Dadurch konnten wir effizient vorgehen und mussten uns nicht erst herantasten.holzverarbeitungmL: Wie habt ihr die Logistik gelöst? Dieser Bereich ist nicht zu unterschätzen.

B.H.: Ja, das ist ein sehr wichtiger Bereich und muss perfekt funktionieren. Durch die Logistik wird man sehr stark operativ eingebunden, hat jedoch weder einen Mehrwert für den Betriebe noch im Normalfall für den Kunden . Daher haben wir diesen Teil komplett ausgelagert.

mL: Wie sieht die eingebaute Technik für den Raumlüfter aus?

B.H.: Wir haben einen ultraleisen Lüfter eingebaut und dieser bewegt je nach zirb. Modell zwischen 20 m³ und 70 m³ Luft pro Stunde durch die zirb.Locken und filtert damit die Raumluft und verteilt den Zirbengeruch im ganzen Raum. Zusätzlich kann Wasser in die Schale gegeben werden und wird so zu einem Raumluftbefeuchter. Durch den persönlich variablen Austausch der zirb.Locken kann die Intensität des Zirbendufts reguliert werden.

mL: Ihr habt Euch ja auch zur Verpackung einige Gedanken gemacht und das Ergebnis kann sich sehen lassen.

B.H.: Wir haben aus der Not eine Tugend gemacht. Da unser Budget für Marketingaktivitäten sehr gering ist, haben wir es über die Verpackung versucht. Wir wollen die Menschen dazu kriegen, dass sie uns kolportieren, von uns erzählen. Daraus ist ein kleines Gesamtpackage geworden. Wir wollten zudem ein Verpackungskonzept ohne Restmüll konzipieren und so ist die Holzbox entstanden. Ein Foto von uns erzeugt Emotion, die Betriebsanleitung ist ein kleines Büchlein, in Form eines Daumenkinos konzipiert. Für den Schutz haben wir -statt Plastik- Schafwolle aus Tirol, und ein paar zusätzliche Zirbenholzlocken. Mit der Schafwolle und den Locken wird der mitgelieferte Kopfkissenbezug gefüllt. Der Kunde ist somit 15 min. intensiv beschäftigt, er spürt, riecht und ist selbst „handwerklich“ tätig und somit emotional mit dem Produkt connected und im besten Fall erzählt er jetzt auch davon. zirb_videomL: Das klingt nicht gerade günstig?

B.H.: Nicht günstig, aber aus Marketingsicht ist es sehr erfolgreich und auch langfristig nachhaltig. Wir versuchen einfach bei allem, was wir machen, eine sinnvolle Synergie herzustellen.
Ein Wort noch zu Handwerk 3.0: Ich finde, dass auch die Website bzw. deren Erstellung erwähnenswert ist, das ist für mich digitales Handwerk. Das ist eine neue Form von Handwerk 3.0 im 21. Jhdt.

Folge den drei Jungs von zirb. auf ihrer Reise als Jungunternehmer auf ihrer Website und dem dazugehörigen Blog oder auf Facebook bzw. Instagram

zirb.Raumlüfter OG, Kaiserjägerstraße 7/1 | 6020 | Innsbruck | Austria | +1 (760) 212 0014 | niko@zirb.at | www.zirb.at

 

Video: NalteX Productions, Sebastian Nalter | sebastian.nalter@gmail.com
Slick Nick Productions, Nikolaus Stieldorf | niko@zirb.at
zirb. Raumlüfter OG, Jennifer Haimerl | jenny@zirb.at

Foto: Un-Attimo Fotografie, Emanuel Kaser | mail@unattimo-photo.at
zirb. Raumlüfter OG, Jennifer Haimerl | jenny@zirb.at

 

 

 

 

 

 

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