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Moduletto – Das Notizbuch neu gedacht

Tablet, Smartphone und Computer. Wir sind digital und vernetzt unterwegs, allerdings manchmal braucht es doch das gute alte Notizbuch aus Papier. Das Notizbuch von Moduletto „for flexible minds“ sieht einfach richtig cool aus.
Der Name Moduletto weist auf das Konzept hin, dass man sich aus verschiedenen Modulen sein individuelles Buch zusammenstellen kann, genauso wie man es eben braucht. Alles ist variabel: die Farbe des Covers, die Art der Einlageblätter und die Schutzhülle.

ManufakturLab hat Michele Falchetto, den Gründer von Moduletto, zum Gespräch getroffen.
michele

manufakturLab: Wie lange gibt es Moduletto schon und was waren die anfänglichen Kriterien in der Entwicklung von Moduletto?

Michele Falcetto: Moduletto feierte vor kurzem seinen ersten Geburtstag. Wir haben mit Moduletto unsere Idee eines zeitgemäßen, flexiblen Konzepts für ein Notizbuch umgesetzt. Wir wollten von Anfang an keine Laborsache machen und sind mit der ersten Serie gleich an den Start gegangen. Das sehr positive Feedback unserer Kunden hat uns in unserem Weg bestätigt. Das Besondere an unserem Notizbuch-System ist die offene Gummibindung, die das modulare System und damit echte Flexibilität im Gebrauch ermöglicht. Neben der Funktionalität hat die Wahl der Materialien bei der Entwicklung eine entscheidende Rolle gespielt. Papier in seinen unzähligen Erscheinungsformen ist für uns einer der schönsten Werkstoffe der Welt. Ein schönes Notizbuch weckt ganz einfach positive Emotionen. Neben der Ästhetik spielen hier Geruch, Gewicht und das Rascheln des Papiers eine entscheidende Rolle.

m|L: Man verwendet das Smartphone oder Tablet ja für mehr oder weniger alles, aber man möchte trotzdem immer wieder Notizen auf Papier machen, also richtig schreiben oder zeichnen. Vielleicht liegt es an der Haptik des Papiers, das doch eine andere Kreativität zulässt. Was ist das Besondere am „Moduletto Prinzip“?
MF: Ja, Smartphones sind meiner Meinung nach im Moment sogar zu allgegenwärtig, aber das sei dahingestellt. Das Geheimnis ist, wenn du etwas mit der Hand schreibst, dann schreibst du es direkt ins Hirn. Die Gedanken finden andere Wege. Das Moduletto Prinzip unterstützt diesen Prozess. Gerade in der heutigen Zeit, wo man immer fünf bis sechs Sachen gleichzeitig macht, müssen Gedanken immer wieder neu zusammengesetzt werden. Das Moduletto Prinzip verbindet das Notizbuch mit der modernen Art des Denkens. Man kann seine Gedanken immer wieder neu ordnen, scheinbar Unwichtigeres von ganz hinten wird plötzlich wichtig und kommt nach vorne. Diese Idee der Befreiung des Notizbuchs vom Linearen war der Ausgangspunkt für die Entwicklung von Moduletto.
moduletto_produktm|L: Ich würde gerne Näheres über die handwerkliche Ausführung erfahren.
MF: Das perfekte Papier zu finden war der Startpunkt in der Umsetzung. Der Coverkarton kommt aus Großbritannien, der war einfach der Beste. Das Papier für die Einlageblätter wird in Österreich produziert. Wir haben viele Papiere getestet. Ausschlaggebend bei der Papierwahl war klarerweise, dass sich das Papier mit verschiedenen Schreibutensilien vom Bleistift bis zur Füllfeder sehr gut beschreiben lässt. Aber wir haben genauso auf den Klang des Papiers beim Umblättern geachtet. Denn solche Details machen das Gesamtprodukt aus.
Moduletto wird zu 100 Prozent in Österreich hergestellt. Wir haben ein Netzwerk von handwerklichen Betrieben, die die Einzelteile fertigen. Ich kenne alle unsere Handwerker persönlich. Gemeinsam haben wir auch alle Details des Produkts entwickelt, Produktionsmethoden optimiert und probieren nach wie vor immer wieder neue Methoden aus.
Bedruckt wird unser Papier in Bögen in einer Druckerei in Niederösterreich. Jeder Bogen wird kontrolliert und permanent farblich korrigiert. Die Bögen werden dann in einem niederösterreichischen Papierverarbeitungsunternehmen gestanzt. Es hat sehr viel Überlegung im Vorfeld bedurft, um das gewünschte Ergebnis in einem angemessenen Arbeitsaufwand zu erhalten. Die Stanzer gehen mit ihren Maschinen um wie Musiker mit ihren Instrumenten, sie wissen ganz genau wie sich Papier verhält. Auch bei den Gummibändern verwenden wir die beste Qualität. Sie bestehen aus Gummilitzen, außen herum wird das Gewebe von einem niederösterreichischen Betrieb gewebt. Die Gummibänder bekommen wir auf Spulen, die dann mit einer von uns eigens dafür entwickelten Apparatur geschnitten und gefalzt werden. Konfektioniert und verpackt werden die Bücher in der betreuten Werkstätte Opus hier in Wien. In dieser Werkstatt werden auch unsere Displayboxen gefertigt. Die Moduletto Filzhüllen sind aus 100 Prozent Schurwolle und werden bei Guut das Bett, in einer Bettenmanufaktur gleich nebenan genäht.
moduletto_papier
Die Qualitätskontrolle klappt deshalb so gut, weil wir so nah an der Produktion sind und sofort kleine Unstimmigkeiten korrigieren können. Auch positives Feedback kann ich sofort an unsere Partner weitergeben, das trägt natürlich auch zur Arbeitszufriedenheit bei.

m|L: Wo Du mir nun alle Produktionsschritte erklärt hast, sieht man erst wie aufwendig die Fertigung ist und dass ein ganzes Netzwerk an Handwerkern daran arbeitet. Das passende Netzwerk zu finden war sicherlich eine Herausforderung – gab es Schwierigkeiten bei gewissen Fertigungsschritten?
MF: Das Gummiband, mit dem Moduletto zusammengehalten wird, ist doppelt geführt. Da alles so reduziert in der Form ist, brauchte es ein stylisches Element – eben das doppelte Gummiband. Die Produktion dieses Gummibandes war extrem schwierig, weil das niemand so ausführen konnte wie ich mir das vorgestellt habe. Hochwertigen Gummi zu bekommen ist kein Problem, aber das Anbringen des Verschlusses war das Schwierige. Wir haben Maschinen aus Fernost eingekauft, die aber in der Handhabung sehr kompliziert waren und auch nicht zum gewünschten Resultat geführt haben. Schlussendlich haben wir mit einem österreichischen Sondermaschinenbauunternehmen eine komplett neue Apparatur entwickelt, mit der wir jetzt unsere Gummibänder produzieren. Es ist unglaublich wie schwierig manche Details hinzubekommen sind. Ich hatte eine Vision, eine klare Idee wie alles aussehen soll. Es gab dieses Fertigung nicht und die Maschine dafür auch nicht, also mussten wir selber eine bauen.

m|L: Handwerk ist natürlich immer etwas teurer als industrielle Serienproduktion, aber es impliziert auch viele Vorteile wie sozial faire Produktion, Nachhaltigkeit, individualisierte Produktion.
MF: Ja, das ist für uns ein sehr wichtiger Aspekt. Wir kennen die Arbeitsbedingungen unserer Lieferanten, weil wir vor Ort und in permanentem Kontakt sind. Dadurch, dass alles in Wien und Niederösterreich produziert wird, können wir die Wege sehr kurz halten. Und klarerweise sind wir durch die räumliche Nähe und den persönlichen Kontakt auch in der Lage, schnell und gezielt zu produzieren.
moduletto_maschinem|L: Ihr bietet auch speziell gebrandete Bücher für Unternehmen an?
MF: Durch den modularen Aufbau können sich Unternehmen ganz einfach individuelle Notizbücher, zum Beispiel passend zu ihren Unternehmensfarben, zusammenstellen. Zusätzlich können wir das Cover mit dem Firmenlogo branden. Wir bieten auch die Möglichkeit an, Einlageblätter individuell zu gestalten. Unsere neueste Idee für Firmenkunden sind Displayboxen, die mit dem Unternehmenslogo gebrandet werden. Die Box steht dann im Büro und wie aus einem Obstkorb kann sich jeder Mitarbeiter aus dem Mix an verschiedenen Modulen sein Moduletto auswählen, seine Gedanken zu Papier bringen und seiner Kreativität freien Lauf lassen.

m|L: Ich habe auf Eurer Homepage die Ankündigung Herbst/Winter 2015 gesehen. Gibt es bei Euch tatsächlich saisonale Trends?
MF: Oh ja! Wir haben festgestellt, dass Moduletto Benutzer zu verschiedenen Jahreszeiten vermehrt zu bestimmten Farbkombinationen greifen. Zu Weihnachten wird zum Beispiel gerne rot und grün gekauft. Wir beziehen natürlich auch Modeströmungen und Modefarben in unsere aktuellen Kollektionen mit ein. Ganz unbewusst sind wir ja alle davon beeinflusst. Rosa mit orange ist im Moment total gefragt. Im nächsten Jahr wird es ganz sicher eine andere Kombination sein.

m|L: Ihr versucht ja immer etwas Neues zu entwickeln. Habt ihr neue Ideen, die Ihr gerne in nächster Zeit realisieren möchtet?
MF: Ganz aktuell werden wir in wenigen Wochen unsere High-End-Linie Alta Nota präsentieren. Teil davon sind wunderschöne Lederhüllen aus italienischem Leder, die wir in einer Manufaktur im 2. Bezirk fertigen lassen. Vom Papier zum Leder. Das sind wieder ganz neue Welten!

m/L: Herzlichen Dank für das Gespräch!

Moduletto, 1200 Wien, Karl Meißl-Straße 12
https://moduletto.com

Fotocredits: MODULETTO

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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