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Raw Design – Tischlerwerkstatt 3.0

stuhl_detailWie aus der Idee einen Burgerimbiss zu eröffnen eine Tischlerwerkstatt 3.0 wurde. Benjamin Sodemann und Emanuel Rihacek kennen sich schon lange und überlegten, wie sie sich die perfekte Arbeitswelt vorstellen und auch leben und arbeiten wollen. Benjamin, Tischlermeister und Emanuel, Betriebswirt, waren sich einig: gemeinsam geht es besser und es sollte ein Burgerimbiss werden. Aber es kam ganz anders!
Es ging back to the roots. Beide hatten neben der Vision einer neuen Arbeitswelt auch eine Leidenschaft, ihre Motorräder – eine Honda Gorilla und eine Puch Turbo. Kurzerhand entschieden sie sich mit einem Werkzeugkoffer, einem Akkuschrauber und ein paar Flyern loszulegen.
Aber ganz so einfach war es nicht. Es gingen viele Überlegungen hin und her, wie sie ihre Vorstellung einer Tischlerei 3.0 – und das ist der Punkt: mit möglichst wenig finanziellen Ressourcen bewerkstelligen könnten. Klar war, dass sie hochwertiges Design und ein vernünftiges Reparaturservice anbieten möchten. Um möglichst effizient, auch im Sinne von Ressourcenschonung, zu agieren lag die Idee in Form von Kooperationen ein Business aufziehen, daher nahe. Es gibt viele Tischlerbetriebe deren Maschinen nicht ausgelastet sind, und das wollten die beiden sich zu Nutze machen.
WerkzeugkofferWir leben ganz bewusst Handwerk 3.0
Der Gedanke, immer alles selber besitzen zu müssen, ist für uns veraltet. Durch unser „Sharing-Model“ können wir uns voll und ganz auf Sonderlösungen und unsere Kunden konzentrieren. Die nächste Überlegung war auch, ein möglichst ganzheitliches Service anzubieten. Das reicht von der Zusammenarbeit mit Architekten und Professionisten anderer Branchen bis eben zu einem vernünftigen Reparaturservice. Wir können damit auf einen vielfältigen Pool aus Ressourcen und Kompetenzen zurückgreifen, was sich auch wieder in unserer Preisgestaltung niederschlägt, so Emanuel Rihacek.

Für fast jeden finanziellen Rahmen bietet sich eine adäquate gestalterische Lösung
Durch einen glücklichen Zufall ergab sich, dass Martin Aigner, Innenarchitekt mit Tischlerausbildung von nebenan, die Idee auch gut fand und sie kurzerhand beschlossen, gemeinsame Sache zu machen. Mit in die „Beziehung“ brachte er nicht nur mehr Betriebsfläche sondern auch zusätzliches Knowhow. Für Martin ist ein wichtiger Faktor der Arbeit, Spaß daran zu haben und Grenzen auszuloten. Durch seine fundierte Expertise ist es ihm möglich, bereits im Entwurf das Budget sehr genau zu berücksichtigen und dann in der Umsetzung auch nicht zu überschreiten! Es findet sich in fast jedem finanziellen Rahmen eine adäquate gestalterische Lösung für die Bedürfnisse der KundInnen, dafür muss man allerdings immer wieder Querdenken, so Martin Aigner.
S_R_A_wohnmRaw Design – Handwerk, die Basis des Machbaren, „simpelste“ Mittel und schnelle Reaktion
Raw Design ist vor allem für Kunden spannend, die Eigenverantwortung übernehmen möchten, Veränderung und Ehrlichkeit als wichtige Teile ihres Lebens ansehen und gerne an einem Prozess teilhaben, dessen Ergebnis auch mal nicht erwartet wird.
Wir wollen das Handwerk wieder greifbar machen, gleichzeitig aber auch hochwertiges Design bieten und sehr prozessorientiert agieren. Es geht darum vorhandene Ressourcen zu nützen und gleichzeitig aber auch weg von der unnatürlichen Perfektion zu kommen. Handwerk impliziert für uns Lebendigkeit und Industrie steht für „Perfektion“ – im Sinne von Gleichschaltung. Wir wollen, dass unsere Produkte leben, eine Geschichte haben, und das geht nur, wenn man sich mit den Kunden, dem Material und der Verarbeitung auseinandersetzt, findet Benjamin Sodemann.

Handwerk ist bei uns sehr stark organisch prozessorientiert – entwickeln, planen und umsetzen.
Im althergebrachten Denken ist das Handwerk komplett abgegrenzt vom Entwurf und das ist leider auch heute noch in der klassischen Ausbildung so. Dadurch ist kaum eine Entfaltungsmöglichkeit vorhanden. Die Entwürfe der Fliegenden Tischler wirken ab und an ausgefallen – beruhen aber immer auf der Basis des Machbaren und sind Werktag tauglich. Für Benjamin, Emanuel und Martin ist gerade das die Herausforderung und das Spannende – diese Komponente, ihre Art zu denken, in den Prozess einzubinden. Für Benjamin Sodemann ist es perfekt, wenn er die Vorstellung des Kunden ebenfalls „cool“ findet. Das ist die Basis für erfolgreiches Empfehlungsmarketing.
BettDas großartige am Handwerk ist, dass Fehler gemacht werden dürfen. Dadurch kann sich sogar ein Mehrwert ergeben.
Vermeintliche Fehler lenken den Prozess oft in eine andere Richtung, die man vorher gar nicht gesehen hat. Darin liegt ein großer Mehrwert. Im Handwerk muss man tagtäglich Entscheidungen vor der „Tat“ treffen, es ist wichtig sich vorher zu überlegen, wie das Ergebnis sein soll usw. Das ist auch ganz gut für das Selbstbewusstsein, man hat die Möglichkeit selber zu entscheiden und trägt natürlich auch die Konsequenzen.

Für uns erfüllt Handwerk 3.0 auch eine gesellschaftliche Komponente
Bei Sodemann, Rihazek & Aigner ist die Tür immer offen. Egal ob jemand aus der Nachbarschaft schnell etwas schneiden oder ein Tischbein anleimen möchte, kein Problem, die Devise lautet DIY. Der alte Herr aus dem Grätzel, für den die Welt sich zu schnell dreht, kommt gern auf einen Kaffee und findet ein offenes Ohr. Dazwischen flitzt ein kleiner Junge auf dem Weg zum Kindergarten mit seinem Bobbycar eine schnelle Runde durch die Werkstatt und ist auch schon wieder weg.
stuhlFür die „dicke Berta“ wurde es dann doch zuviel
Mittlerweile sind die Drei von ihren Motorrädern auf einen Sprinter umgestiegen. Mit Hilfe der Plattform share-me.at haben sie eine große Menge Freistunden für einen Sprinter gespendet bekommen. Dadurch zieht sich auch hier ihre Strategie des Teilens durch.

„Wir teilen uns die Ressourcen, Kunden und den Gewinn mit unseren Partnern.“ Wer teilt, hat am Ende mehr. Danach leben und arbeiten Benjamin, Emanuel und Martin, die ganzheitliche Tischlerei des 21. Jhdt.

Kontakt: Handgedacht GesbR, http://www.handgedacht.wien/
Grünentorgasse 13 (Lager), A – 1090 Wien
Tel.: +43 1 4020655 , mail: office@handgedacht.wien

Fotocredit: Martin Aigner

share-me.at eine Plattform die auf dem Sharing Prinzip beruht
Jeder hat ein Recht auf Mobilität! Denn nur wer sich bewegt, kann seine Ziele erreichen. Deswegen bieten wir nicht nur unschlagbar günstige Transporter, sondern teilen diese auch kostenlos in unserem FREE MOBILITY Programm mit allen, die etwas bewegen.

 

 

 

 

 

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