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Zeitgenössische Interpretation von Glas und Tradition ergeben Innovation

ManufakturLab on Tour beim Familienunternehmen Lobmeyr. Die Faszination für Glas besteht nun schon beinahe seit zwei Jahrhunderten. Bereits in der sechsten Generation ist der emotionale Bezug zum Produkt Glas und die persönliche Energie spürbar und bestimmt die Identität und Arbeitsweise nachhaltig. Neben der Erforschung der Eigenheiten des Materials werden auch die Bearbeitungs- und Gestaltungsmöglichkeiten erkundet.

Zeitgenössische Interpretation von Glas und nie aufhörende Pflege der Tradition ergeben Innovation. Das Alte und damit lange gewachsene Know-how bilden die Grundlage für ein erfolgreiches Neues. Besonders stolz ist das Unternehmen auf die Zusammenarbeit mit Gestaltern aus vielfältigen Bereichen – Architektur, Kunst, Design. Diese Entwürfe fordern auch immer wieder den Zeitgeschmack heraus, wie etwa 1925. Hier wurden die Formen geometrisch, leichter und reduzierter und brachten den „Grand Prix“ auf der „Exposition internationale des Arts Deoratifs et Industriels Modernes“ in Paris ein.lobmeyr_skizzenNeben Glas gestaltet Lobmeyr seit 1850 maßgeblich die Geschichte des Kristalllusters mit und ist weltweit eine der ersten Adressen für hochwertige Luster. Auch bei den Lustern hat man sich bewusst für die handwerkliche Fertigung entschieden. Jedes Stück wird von Anfang bis Ende von einem Handwerker ausgeführt. Alte Techniken wie das Hämmern des „Nockerlprofils“ oder das „Randieren“ kommen zum Einsatz. Eine wichtige Bedeutung bekommt dabei die Oberflächenbehandlung – sobald das Gerüst komplett ist, kommt das „Kleid“, der Kristallbehang. Alle Teile werden von Hand „verkettelt“.lobmeyr_lusterEin Alltagsgegenstand erhält bei Lobmeyr einen ganz speziellen Stellenwert – der Spiegel. Durch besonderen Schliff und Gravur werden die einfachen Spiegelplatten veredelt und ergeben ein ganz spezielles Möbelstück. Neben den traditionellen Vorlagen werden auch zeitgenössische Entwürfe umgesetzt, wie etwa die Neuinterpretierung des Rokokospiegels durch den Schmuckkünstler und Designer Florian Ladstätter. Hier verschwindet die Grenze zwischen Gebrauchsgegenstand und Kunstobjekt.

Schliff und Gravur kann man als Radarbeit betiteln. Das überlieferte Handwerk lässt Glas zu einer wahren Kostbarkeit werden. Vom Rohling bis zum fertigen Glas ist es ein langwieriger Prozess und fordert höchstes Feingefühl und Ausdauer von den Handwerkern. Die Königsdisziplin der Glasbearbeitung ist aber die Kupfergravur. Dieses selten gewordene Handwerk braucht seine Zeit: An einem gravierten Buchstaben zum Beispiel arbeitet ein sehr geübter Handwerker im Schnitt eine Stunde, zehn, hundert oder auch 1000 Gravurstunden sind keine Seltenheit.

lobmeyr_herz  lobmeyr_gravur

Kronprinz Rudolf schrieb 1885 an seinen Schwager (es ging um ein Geschenk das er bei der Firma Lobmeyr für Leopold II von Bayern erworben hatte): „ … es ist dies eine österreichische Spezialität und eine wahre Zierde unserer Industrie…“

„Wir versuchen den Zauber des Materials spürbar zu machen“ so Leonid A. Rath.

 

 

 

 

 

 

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